BR 34 der DRG / bayr. B VI | Umbau auf Platine mit mtc-Schnittstelle
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So war es an der Zeit, eine eigene Platine zu entwickeln. Wie diese eingebaut und beschaltet wird, zeigen die folgenden Ausführungen.
Vorüberlegungen
Durch die neue Platine und die nun verwendbaren Decoder, stehen nun auch für diese Loks die Möglichkeiten moderner Digitaltechnik bereit.
Das gilt auch für den von Märklin/Trix in früherer Zeit angebotenen "Köng Ludwig Zug", bei dem ja dieser Loktyp auch Verwendung fand.
Zusätzlich stehen nun der decoderinterne "Rangiergang [1/2 Vmax] und insgesamt 4 phys. Funktionsausgänge - AUX1 ... AUX4 - ! zur Verfügung. Diese gilt es nun sinnvoll zu verwenden.
Für AUX1 ist das relativ einfach, Die bisher konstante Zugbeleuchtung wird nun über den Ausgang schaltbar gemacht. Somit kann nun die Zuginnenbeleuchtung gezielt ein- und ausgeschaltet werden.
Die anderen Ausgänge [AUX2, AUX3 und AUX4] sind auch vorhanden und nutzbar. Aufgrund der Filigranität der kleinen Lok ist es aber schwierig für diese Ausgänge geignete Features einzubauen. Wenn da Ideen und Lösungen sind - her damit !
Bauteile, Materialen und Werkzeuge
Umbau
Der Umbau selbst ist eigentlich relativ einfach. Er bedingt aber einige kleine "Tricks", die hier näher erläutert werden sollen.
Abnahme von Anbauteilen
Da beim Arbeiten nicht immer sichergestellt werden kann, dass alle Ansteckteile "überleben", ist es sinnvoll eben diese vorher abzunehmen und hinterher wieder zu montieren.
Das betrifft besonders:
- die Bremskurbel im Tenderübergang bei der "Tolz"
- Handläufe an der Lok - ggf. auch am Tendergehäuse.
- Die Tender-Aufstiegstreppen am Tender-Lokübergang
- ggf. vorh. Laternen am Tenderende, besonders wenn diese nur aufgesteckt sind
- die Kunststoff-Pfeife auf dem Führerhausdach
- ggf. Ansteckteile am Kesselschlot.
- das Überdruckventil-Gestänge auf dem Lokkessel
Abnahme des Tendergehäuses
Dazu werden die Befestigungs-Schlitzschrauben gelöst. Diese sind von unten zugängig. Sie befinden sich tenderseitig am Lok-Übergang\1. Die genaue Lage geht auch aus der Betriebsanleitung hervor.
Manchmal hakt das Gehäuse am Tenderende etwas. Aber mit etwas Gefühl ging es bei mir bisher immer ab.
Ausbau / Einbau der Platine
Ausbau Altdecoder
Zuerst werden die Halteschrauben der Platine gelöst und der Decoder wird etwas nach hinten gezogen. Nun werden alle Anschlusskabel von dem originalen Decoder abgelötet. Das geht nun wesentlich einfacher als bei montierter Platine, weil einfach mehr Platz für den Lötkolben vorhanden ist.
Montage
Vor dem Einsetzen der neuen Platine sollte/n
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... der Bereich auf der Seite unterhalb der Relais-Steckbuchsen mit etwas Isolierband versehen werden. | ... alle vorhandenen Kabel mit je einem ca. 5 cm langen Stück Kabel verlängert werden. Die Verbindungsstellen müssen anschließend mit etwas Schrumpfschlauch überzogen werden, damit keine Kurzschlüsse entstehen können. |
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Das alles wird dann in der mittleren Tendervertiefung verlegt und fixiert. | Die Kabel werden anschließend in Richtung ihres späteren Montageortes verteilt. |
Tendergehäuse - Sitz prüfen
Bevor wir jetzt weitermachen, ist es ratsam zu prüfen, ob das Aufsetzen des Tendergehäuses problemlos möglich ist. Sollte das nicht der Fall sein, muss die Platine an den Rändern noch etwas vorsichtig nachgearbeitet werden. Eine kleine Feile oder ein Skalpell sind da recht hilfreich.
Verdrahtung
Kabelverbindungen
Die Verdrahtung ist recht einfach und umfasst nur insgesamt 6 Kabel für:
Lok<->Tender Verbindungen
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Tender Verbindungen
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DieKabel werden jetzt an die dafür vorgesehenen PADs auf der Platine angelötet - dabei geht es leider recht eng zu.
Außerdem entspricht die Lage der PADs leider nicht der gleichen Anschlußreihenfolge gegenüber der beim originalen Decoder - ein Kompromiss bei einseitigem Platinenlayout.
Bitte achten sie daruf, dass es beim Anlöten nicht zu Kurzschlüssen zu benachbarten Bauteilen bzw. Leiterbahnen kommt.Als besonders kritisch haben sich da die Anschlüsse für den Motor, den Lautsprecher und das Stirnlicht erwiesen, da sie sehr dicht beieinader liegen.
Bei der Verwendung eines Sounddecoders müssen auch die beiden Lautsprecherkabel (sw/rt) angelötet werden. Für ggf. weitere Details beachten sie bitte dazu die Umbaudokumentation genau.
Stirnlicht - Tender ( gilt nicht für die "Tölz" in beiden Varianten )
Für das Tender-Stirnlicht muss bei den Lokomotiven mit Glühlampenbeleuchtung die Glühlampe vom "alten" Decoder in die neue Platine übernommen werden. Die dazu benötigte Steckbuchse ist bereits vorhanden. Es gibt aber je nach Art des "alten" Decoders etwas zu beachten:
Decodertyp (alt) | Lok-Artikel# | Glühlampen-Spannung | Hinweis |
DELTA | 34... | E610040 / 16V | Die Glühlampe kann unter nachstehenden Bedingungen weiter verwendet werden. Die Lichtausgänge für das Stirnlicht vorne+hinten müssen aber gedimmt werden, weil dio riginale Glühlampe eigentlich nur für eine geringere Spannung ausgelegt ist. |
Digital | 37 .. | E610080 / 19V | Die Glühlampe (mit kleinem roten Punkt am Glaskörper) kann 1:1 weiter verwendet werden. |
Sonderanschlüsse
1-pol. el. Kupplung
Die Lokomotivenb besitzen alle eine el. Tenderkupplung für die Speisung der Innenbeleuchtung bei anhängenden Personenwagen.
Das schwarze Anschlusskabel ist dazu direkt mit einem Kontaktblech innerhalb der Kupplungsdeichsel verbunden. Die Kupplung selbst kann entweder mit den durchgehenden Kupplungsdeichsel [ET#: E239550] oder besser, mit der 1-pol. Kupplung [72020/72021] erfolgen. Letztere hat den Vorteil der leichteren Trennbarkeit.
Die Kupplung führt im aktiven Zustand an den leitenden Teilen das Potential des Mittelleiters. Um beim Kuppeln oder auch bei Entgleisungen Kurzschlüsse der metallischen Kupplungsteile mit der Gleismasse zuvermeiden, ist eine selbstrückstellende Sicherung auf der Platine verbaut, die ab ca. 0,5 A anspricht.
Diese Ansprechwert sollte reichen, da an der Lok eh nur wenige, beleuchtete Wagen vorbildgerecht angehängt werden sollten.
Schaltrelais
Da die Kupplung nun schaltbar ist, muss noch das beigefügte Relais montiert werden. Dieses sollte so eingesetzt werden, dass die kleine Kerbe auf der Oberseite nach rechts zeigt.
Eine Freilaufdiode wird nicht benötigt, da diese bereits in der Ausgangstreiberstufe des Decoderausgangs, der die Steuerung übernimmt, enthalten ist.
AUX1-Jumper
Dieser legt fet, ob AUX1 auf einem LötPAD abgegriffen werden kann oder ob direkt das Relais angestuert wird. Da wir hier das Relais benötigen, muss der kleine AUX1-Jumper auf der Platine also so gesetzt werden, dass auch das Relais angesteuert wird.
Nähere Angaben dazu enthält die Platinendokumentation.
Decoderanpassung: Funktion- & Symbol-Mapping
Damit die Lokomotive nun auch vernünftig fährt und alle vorgesehenen Möglichkeiten nutzen kann, ist nach dem Aufstecken des Decoders noch dessen Konfiguration notwendig. Die wesentlichen Funktionen des Decoders sind durch seine Grundkonfiguration zwar bereits nutzbar, dazu zählen das Fahren und die Lichtsteuerung, aber das Feintunig ist unumgänglich. Dabei werden die Einstellungen für den verwendeten Motor, die Zusatzfunktionen, das Fahrverhalten, etc. genauer abgestimmt. Beachten sie dazu bitte die Hinweise in ihrer Decoder-Dokumentaion.
Für die Käufer der Platine habe ich - für Märklins
mLD und
mSD-Decoder - bereits fertige Decoderkonfigurationen zum Download und direkten Einspielen mit der CS2 vorgefertigt. Diese beinhalten alle notwendigen Konfigurationenseinstellungen und garantieren sofort passende Funktionalitäten.
Voraussetzungen
Dazu wird im einfachsten Fall ein geeignetes mfx-Steuergerät ( CS1/ECOS, CS2, MS2, ECOS2) benötigt. Oder, wenn man mit der CV-Programmierung arbeiten will, reicht auch eine 6021. Letzteres ist aber deutlich aufwendiger und ggf. nicht in allen Fällen - wegen des eingeschränkten Adressbereichs - erfolgreich.
Fertige Projekte für Märklin-Decoder
Um die Programmierung so einfach wie möglich zu halten, habe ich - für Märklin-Decoder - verschiedene Decoder-Projekte erstellt. Diese enthalten alle notwendigen Zuordnungen, sind downloadbar und können mit einer CS2 direkt auf den Decoder gespielt werden.
Downloads
Baureihe | Abbildung | Feuerung | Download Links | ||
BR 34 - DRG/DB | ![]() | Kohle | Derzeit nur Platzhalter !!!!! Die Projekte stehen nur hier registrierten Käufern der Platine zur Verfügung. | ||
bayr. B VI / K.B.St.E. | ![]() ![]() | Torf | Derzeit nur Platzhalter !!!!! Die Projekte stehen nur hier registrierten Käufern der Platine zur Verfügung. |
Lautsprecher
Für die Soundwiedergabe muss ein zum Decoder passender Lautsprecher verwendet werden. Zusätzlich muss natürlich auch der Montageplatz in ausreichendem Maße vorhanden sein.
Für die Märklin Decoder und ESU-Loksound-4 Decoder kann einer der den Märklin-Umrüstsätzen beiliegende Lautsprecher - mit 8 Ohm Impedanz - verwendet werden.
Bei Loks mit flachem Tender hat sich der flache, quadratische Lautsprecher bewährt.
Bei den Loks mit hohem Tenderaufsatz steht mehr Platz zur Verfügung. Da kann dann auch der etwas größere, vulominösere Lautsprecher aus dem Umbausätzen eingesetzt werden.
Fahrtest
Nach der Verdrahtung kann nun ein erster Test der Maschine erfolgen.
Dazu ist es sehr ratsam, zuerst einen einfachen mtc-Standard-Decoder zu verwenden, um bei einem ggf. vorhandenen Problem keinen teuren Sounddecoder zu "schrotten".
Die Lok sollte sich - nach der Einstellung der richtigen Decoderadresse - über das Steuergerät ansprechen und fahren lassen. Auch die Funktionen sollten wie gewünscht funktionieren.
Ist alles ok, dann kann der ggf. vorgesehene Sound-Decoder eingesetzt werden.
Zusammenbau
Beim Zusammenbau kann nun das Tendergehäuse wieder aufgesetzt werden. Dabei kann es - speziell bei Loks mit flachem Tenderoberteil - zu kleineren Problemen kommen, da es halt sehr eng zugeht.
Damit alles passt, kann man ggf. an den oberen Relais-Kanten im Winkel von 45 etwas Material mit einer Feile wegnehmen.
Am Lautsprecher ist das ggf. auch nötig.
Fazit
Der Umbau ermöglicht nun auch den älteren Lokomotiven dieses Typs die Verwendung von moderenen Decodern mit ihren erweiterten Möglichkeiten. Das resultiert in verbessertem Fahrverhalten und mehr Funktionalität. Das Gute dabei ist der recht einfache Einbau, der mit relativ wenig Aufwand zu leisten ist.
Ich wünsche viel Spass an/mit der neuen - äh - alten Lokomotive.
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- Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 03. September 2015 20:13