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RSV - Ruhrschnellverkehr


RSV - Ruhrschnellverkehr


RSV SchildDRG 150Schon früh kam die Idee auf, im Ballungsgebiet "Ruhrgebiet" ein Schnellbahnnetz zu etabllieren, um das gestiegene Personenverkehrsaufkommen im Schienenverkehr besser bewältigen zu können.

T22101 det 1

In den 1930er Jahren beschloss die "Deutsche Reichsbahn Gesellschaft / DRG" den "Ruhrschnellverkehr / RSV" als ein schienengebundenes Personen-Nahverkehrs-System einzuführen.

Ab 1932 verkehrten dann  erstmals Züge in einem festen Taktfahrplan auf den wichtigsten Strecken des Ruhrgebietes. Das RSV- Netz wurde in den Folgejahren weiter ausgebaut und auf die wichtigsten Städte im nördlichen Rheinland und westlichen Westfalen - zwischen Köln und Dortmund - ausgeweitet.

Aus heutiger Sicht wurde damit der Grundstein für das aktuelle  S-Bahn-Netz "Rhein-Ruhr" gelegt.

Anfänge

Um 1900 planten die privaten Firmen "Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG)", "Siemens-Schuckertwerke (SSW)" gemeinsam mit der 1898 gegründeten "Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn GmbH" den Aufbau eines elektrischen Stadtbahnnetzes im Großraum  Dortmund, Duisburg und Köln.

Die Realsierung wurde im Ruhrgebiet aber durch Einsprüche der Bergbaubetriebe und der dt. Reichsbahn (DRG) - die das als unmittelbare Konkurenz ansah - verhindert. Auch der erste Weltkrieg tat sein Übriges.

Am 20. Oktober 1923 nahm dann die komunale "Studiengesellschaft für die Rheinisch-Westfälische Schnellbahn mbH" ihre Arbeit auf. Sie sollte eine moderne Form der Personenförderung zwischen Köln und Dotmund erarbeiteten.

ruhrsv01Der RSV war die Reaktion der Reichsbahn auf das Ansinnen der Studiengesellschaft, einen eigenen Schnellverkehr auf eigenen Trassen mit Elektrotriebwagen (ET) aufzubauen. Sogar die Konzession war schon erteilt.

Der Start des Ruhrschnellverkehrs (RSV) erfolgte dann ab dem 2.10.1932 auf den Kernstrecken des Ruhrgebietes mit dampfgeführten Zügen (Bild).

J100PorteDB8VT137.1Außerdem plante die DRG den Einsatz von Triebwagen des Typs DR 137 195 bis 288 was auch Mitte 1938 gelang. Nach nur einem halben Jahr wurden aber die acht Fahrzeuge bereits an die RBD Saarbrücken abgegeben.

In den Jahren danach, entwickelte sich ein umfangreiches Netz mit zahlreichen Querverbindungen - siehe Strecken - auf dem ein Taktverkehr zusammen mit Eil- und Schnellzügen betrieben wurde.

Das Netz

Das Netz wurde in den Jahren von 1932 - 1938 kontinuierlich ausgebaut. Dabei wurden zunächst die wichtigen Strecken im Kern des Ruhrgebietes und dann später auch die Streken in den Randbereichen bzw. den übergegionalen Bereichen ausgebaut.

Strecken

RSV Strecken uebersicht 1932 1938 300

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Eröffnung Verbindung
02. Okt. 1932 Essen - Bochum - Dortmund
01. Feb. 1933 Duisburg - Mülheim (Ruhr) - Essen - Bochum - Dortmund
Duisburg - Oberhausen - Gelsenkirchen - Herne - Dortmund
1935 Verlängerung Duisburg - Düsseldorf (- Köln)
Verlängerung Dortmund - Hamm
Dortmund - Witten - Hagen
Wanne-Eickel - Bochum - Witten
Oberhausen - Mülheim (Ruhr)
Duisburg - Krefeld - Mönchengladbach
1938 Essen-Steele - Langenberg - Wuppertal-Vohwinkel
21. Jul. 1941 Eigener Gleiskörper Düsseldorf - Duisburg
(4-gleisiger Ausbau)
06. Dez. 1948 Wiederinbetriebnahme Ruhrschnellverkehr
02. Jun. 1957 Elektrischer Nahverkehr:
Düsseldorf - Duisburg - Dortmund - Hamm

Taktungen

Nach dem Kursbuch Sommer 1936 ergeben sich folgende Taktungen:

  • Hauptstrecke:

halbstündlich: Dortmund-Wanne-Gelsenkirchen-Oberhausen-Duisburg

stündlich: Hamm-Dortmund-Bochum-Wattenscheid-Essen-Mülheim-Duisburg
stündlich: Dortmund-Steele-Duisburg

einzelne: weiter bis Düsseldorf und Köln

  • desweiteren:

zweistündlich: Soest-Welver-Dortmund Süd

stündlich: Essen-Steele-Vohwinkel(-Oberbarmen) 
stündlich: Soest-Hamm 
stündlich: Wanne-Bismarck-Burlo
stündlich: Essen-Katernberg Nord-Bismarck-Wanne
stündlich: Oberhausen-Karnap-Wanne-Castrop-Dortmund 
stündlich: Herne-Castrop-Dortmund 
stündlich: Oberhausen-Hamborn(-Wesel)

halbstündlich: Dortmund-Witten-Wetter-Hagen 
halbstündlich: Witten-Bochum Nord-Wanne 
halbstündlich: Essen-Borbeck-Bottrop(-Gladbeck) 
halbstündlich: Oberhausen-Ruhrort 
halbstündlich: Mülheim-Eppinghofen-Oberhausen 
halbstündlich: Mülheim-Eppinghpfen-Ruhrort

einzelne Züge: Duisburg-Krefeld-Mönchengladbach:

Nicht dazu gehörte die Linie Essen-Kettwig-Düsseldorf, die ihren eigenen Taktfahrplan hatte Mit Kriegsbeginn wurde der Takt ziemlich ausgedünnt. 

Quelle: [DSO]

Fahrzeuge

Leider liegen mir keine originalen Farbbilder der Loks und Wagen vor. Um trotzem einen einigermaßen stimmigen Eindruck zu gewähren, wird hier auf Abbildungen der Modellbahn-Industrie zurückgegriffen - deren Einverständniss vorausgesetzt.

Lokomotiven

Durch die relativ kurzen Halteabstände und den Taktbetrieb, wurden Loks eingesetzt, die diesen Anforderungen gewachsen waren.

Standardloks des Ruhr-Schnellverkehrs waren die 3810-40 (ex. P 8) und die BR 780 (ex. T 18), die mit einem besonderen Schild an der Rauchkammertür (bei der auch rückwärts fahrenden BR 78 wahrscheinlich auch am Kohlenkasten -  Bildmaterial davon habe ich allerdings noch nicht gesehen - ausgestattet wurden.   Quelle: [DSO]

Dampfloks

Zum Einsatz kamen vorwiegend Dampfloks der Baureihen 38 und 78 (ehemalig Preußische T 18), vereinzelt auch BR 1710 und (nach dem Krieg) Loks der BR 62. Auf den Langlaufstrecken [Dtmd. - Köln] kamen auch einzelne 39er zum Einsatz.

Wendezüge

Um zeitaufwendige Umspannarbeiten an den Endpunkten zu minimieren, wurden die Lokomotiven teils auch als Wendezug betrieben. Die 38er wurden nicht immer "gedreht", sondern liefen oftmals auch Tender voraus am Zug. Hierfür waren die Loks auch für max 65km/h freigegeben.

BR 38

T22101 det 1T22101 k

Modell der Firma Trix [22101]

BR 38 "Ruhrschnellverkehr"

aus dem Jahre 2003

BR 78

Modell der Firma Märklin [37073]37073 1cut37073

BR 78 "Ruhrschnellverkehr"

aus dem Jahre 2003

Triebwagen

ahb1948.vt.ruhr2tlg

Für den Einsatz im Ruhrschnellverkehr wurden - aufgrund der dichten Haltefolge - Fahrzeuge benötigt, die ein geringes Übersetzungsverhältnis hatten. Für die geringen Haltestellenabstände reichte die zulässige Geschwindigkeit von 90 km/h aus.

Die Industrie leiferte dann Fahrzeuge, die im Wesentlichen identisch mit den Fahrzeugen VT 137 094–110 der DRG waren. Der Fahrgestellgrundriss, der Aufbau der Fahrzeuge und deren technische Ausstattung sind vollkommen gleich. Der einzige Unterschied besteht eben in der Getriebeübersetzung und der verringerten Höchstgeschwindigkeit.

Wagen

Die Wagen sollten natürlich möglichst vienen Fahrgästen Platz bieten, aber auch ein zügigen Ein- und Aussteigen gewährleistwn, um nicht unnötige Verzögerungen im Taktbetrieb zu erreichen.

An den Loks hingen anfangs drei bis vier z.T. besonders lackierte, vierachsige preußische Abteilwagen. Später kamen dann zusätzlich Wagen engl. Bauart - sogenannte „Hunderttürenwagen“ (Bauart C4i-33e und BC4i-33f), die einen raschen Fahrgastwechsel ermöglichten - zu Einsatz. Die Züge verkehrten ohne Packwagen. 

auf dieser italiänischen Seite gibt es mehr Infos dazu.

Die Anfange

Die Wagen erhielten eine besondere Farbgebung, um diese von den Regelzügen leichter unterscheidbar zu machen. Zunächst waren anfangs violett-beige farbene Wagen im Einsatz. [Modelle: Tillig]

rsv C vio creme rsv BC vio creme rsv C vio creme rsv C vio creme
Kl. C Kl. B+C Kl. C Kl. C

Bald wurde jedoch angeordnet; diese Farben zu entfernen bzw. rot-beige zu benutzen, da die violett-beige Farbgebung den Luxuszügen - wie dem Rheingold - vorbehalten war."[1]

C4pr04 mB li 0 BC4pr04 mB li C4pr04 oB li 0  
Kl. C Kl. B+C Kl. C  
C4pr04 oB li 0 BC4pr04 mB li C4pr04 oB li 0 C4pr04 mB li 0
Kl. C Kl. B+C Kl. C Kl. C

Später

Schneller Fahrgastfluss - Für den Einsatz im Ruhrschnellverkehr benötigte die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) schnelle, leistungsfähige Fahrzeuge, mit denen sich das erwartete Fahrgastaufkommen bewältigen ließ. Außerdem sollten die Wagen den technischen Vorstellungen zu Beginn der 1930er-Jahre entsprechen. Schon damals erörterte man intensiv die Frage, ob lokbespannte Züge oder Triebwagen vorteilhafter wären. Um dies zu klären, ließ die Deutsche Reichsbahn 1933 für den Ruhrschnellverkehr besondere Reisezugwagen entwickeln, die sich von bisherigen Bauarten deutlich unterschieden. Wie die seit 1930 beschafften Personenwagen für Hauptbahnen erhielten sie zwar ebenfalls Drehgestelle und offene Übergänge mit Übergangsbrücken, wiesen aber im Hinblick auf einen schnellen Fahrgastfluss an Stelle großer Endeinstiege zahlreiche Seitentüren auf, wie man sie schon von den früheren Abteilwagen kannte. Bei beiden Staatsbahnen im geteilten Nachkriegs-Deutschland standen diese Fahrzeuge noch im Einsatz, so auch bei der Deutschen Reichsbahn (DR) in der ehemaligen DDR.  Quelle: Märklin/Trix

43108cut

Speziell für den Ruhr-Schnellverkehr ließ die Deutsche Reichsbahn 1933 als Ersatz für die betagten preußischen Abteilwagen neue Vierachser nach britischem Vorbild entwickeln, bei denen zahlreiche Seitentüren ein schnelles Ein- und Aussteigen ermöglichen sollten. Quelle: Märklin/Trix

Bildmaterial

Es gibt eigentlich recht wenig Bildmaterial aus den Anfängen des RSV. Die wenigen Bilder die ich gefunden habe,  habe ich hier nochmals zusammengestellt.

br17 rsv J100PorteDB8VT137.1
 BR 17 des RSV  VT 137 des RSV 
  ruhrsv01 71359 1
 BR 38 des RSV im Essener? Hauptbahnhof  BR 38 des RSV bei einem Fototermin

rsv1

 BR 38 des RSV auf der Strecke zwischen Langenberg / Rhld. und Neviges auf der Strecke Essen-Wuppertal.  Aufgenommen wahrscheinlich aus dem Bereich der heutigen L109 in Höhe des Golfclubs "Gut Kuhlendahl". [GoogleMaps]  BR 38 des NSV nach dem Krieg im noch kriegszerstörten Duisburger Hbf.
br78 108ruhrschnellverkehrs1938wuppertal
Foto: eisenbahnstiftung.de
br78 206centoporteFoto: eisenbahnstiftung.de
BR78 des RSV bei Wuppertal BR78 des RSV bei Wuppertal
et137 rsv wpt
Foto: eisenbahnstiftung.de
Vor der Kulisse der Wuppertaler Schwebebahn rollt die 5-teilige Ruhrschnellverkehrseinheit Et 3454 u.a. mit VT 33 212

Modelle

Von den Modellbahn-Herstellern Märklin und Fleischmann wurden Modelle der Fahrzeuge des Ruhrschnellverkehrs angeboten.

Bild  Hersteller  Artikel  Produktion  Spur  Sonstiges
37073 Märklin 37073 2003-2006 H0 Modell der DRG-Baureihe 78
43108cut 43108 Modelle der Wagen C4i-33e und BC4i-33f
24323 43109 Modell des Wagens C4i-33e mit Schlusslicht und Geräusch
22101 Trix 22101 2003-2004 H0 Modell der DRG-Baureihe 38
24321 24321 BC4i der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG). 2. und 3. Klasse, Baujahr ab 1934.
24322 24322 C4i der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG). 2. und 3. Klasse, Baujahr ab 1934.
24323 24323 C4i der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG). 3. Klasse, Baujahr ab 1934.

  • Die Firma Fleischmann bot im Jahr 1990 unter der Artikelnummer 4887[H0] / 7887[N] ein Set aus Modellen der Dampflokomotive BR 78 254 der Deutsche Reichsbahn, einem Abteilwagen 2./3. Klasse und zwei Abteilwagen 3. Klasse an.[3]
  • Unter der Artikelnummer 4888[H0] / 7888[N] bot Fleischmann im Jahr 1991 ein Set aus Modellen der Dampflokomotive BR 38 der Deutschen Reichsbahn, einem Abteilwagen 2./3. Klasse und zwei Abteilwagen 3. Klasse an.[4]

Literatur

  hist eb dssd Karl Endmann
"Düsseldorf und seine Eisenbahnen",
1986Verlag: Motorbuch Verlag Stuttgart
 hist eb esn Rolf Ostendorf
"Die Geschichte der Eisenbahndirektion Essen", 1983
Verlag: Motorbuch-Verlag, Stuttgart
mamag 3 89 Vom Ruhr-Schnellverkehr zur S-Bahn.

Märklin Magazin,
Ausgabe 3/1989, S. 45–49,
Ausgabe 4/1989, S. 15–19
Ausgabe 3/2005 ?

Links

rsv1Die Zeit danach

Nach dem "Zweiten Weltkrieg" wurde der Verkehr ab 1948 unter dem Namen "Nah-Schnellverkehr" (später auch "Bezirksschnellverkehr") wieder aufgenommen.

Am 03.09.1949 stand am Vormittag im noch kriegszerstörten Dortmunder Hbf ein mit einer unbekannten 38er nach Hamm fahrender Ruhrschnellverkehrszug.
Quelle: [DSO]

Anfangs wurde das DRG-Wagenmaterial weiter eingesetzt. Allerdings wurden die Farben auf das Einheits-Grün der DB umgestellt. Nach der Elektrifizierung der Strecke zwischen Düsseldorf und Hamm kamen ab 1957 im Nahschnellverkehr des Ruhrgebiets elektrische Triebzüge ET 30 (später BR 430) zum Einsatz.

Bild Hersteller Artikel Produktion Spur Sonstiges
37073 Märklin
370xx 2002-2009 H0 Modell der DB-Baureihe 78
23319 43100 Modelle der Wagen C4i
23318 43110 BC4i der Bundesbahn (DB). 2. und 3. Klasse
23320 43109 Modell des Wagens C4i mit Schlusslicht und Geräusch
 
 22101 Trix 22xxxx 2002-2005 H0 Modell der DB-Baureihe 38
23318 23218 BC4i der Bundesbahn (DB). 2. und 3. Klasse
23319 23219 C4i der Bundesbahn (DB). 2. und 3. Klasse
23320 23220 C4i der Bundesbahn (DB). 2. und 3. Klasse. 3. Klasse

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