Märklin Decoder-Familie C80 - Std.

War er anfangs noch - aus heutiger Sicht - sehr rudimentär als Dick-Schicht-Schaltung [Typ 1] konzipiert, durchlief er dann aber im Lauf der Jahre viele weitere Integrationsstufen [Typ2 & Typ3], die ihn immer kompakter werden ließen. Hier habe ich versucht das einwenig abzubilden und für die Nachwelt zu erhalten.

Typ 1
 

c80Von der wohl ersten Ausgabe einer Decoderschaltung hat mir ein Insider einige Fotos gemacht. Leider ist die Schaltung in Sandwitch-Hybrid-Technik (von Blaupunkt) und nicht alle Komponenten sind fotografisch erreichbar.

Beide Platinen sind mit insgesamt 22 Pins (je 11 auf jeder Längsseite) fest verlötet. Rotes und braunes Kabel gehen an die Gleichrichterdioden, die blauen und das schwarze Kabel auf die obere Platine und die gelben Kabel kommen aus dem einen IC heraus.

Märklin C80 Typ 0 [Variante 1]

MM I 81
chip maerklin
6080 0-ok 6080 0-u1k
Oberseite Unterseite
6080 0-s2k 6080 0-s1k
Seite (von oben) Seite (von unten)

Auf der oberen Platine befindet sich der Kodierschalter, ein Quarz , 2 Kondensatoren und Dioden sowie Widerstände.

Die untere Platine ? ein weißes Keramik-Trägermaterial ? enthält eine Hybridschaltung auf der sich Schaltungskomponenten unter 2 "schwarzen Bergen? in einer Vergussmasse befinden. Zusätzlich befinden sich die Dioden vom Brückengleichrichter und weitere SMD-Bauteile auf der Trägerplatte.

Auf der Platine steht:

  • Märklin 50 282 [502820] und
  • 8 638 309 949 [8638309949] BLAUPUNKT GERMANY.
 
Typ 2
  c80Diese Ausführung ist geprägt vom
  • Übergang zu einer kundenspezifischen ASIC-Variante [DIL Bauform] und von einem
  • rechteckigen Platinen-Layout
  • einseitige, klassische Bauteilebestückung in Bohrungen mit Leiterbahnen auf beiden Seiten
Variante 1
 

Märklin C80 Typ 2 [Variante 1]

MM I 81
chip maerklin
6080 urk
pic with title and MediaBox-popup
6080-ZyMOS-DIL-uk
pic with MediaBox-popup and later deleteted title, but still displayed by the href-title
Oberseite Unterseite
6080 0 s2k  6080 0 s2k
pic with title and without MediaBox-popup
  ET-#: 15320 / später 153200  MärklinChip in DIL-16 Bauform    Aufdruck: märklin  50 250.
 
Variante 2
 

Märklin C80 Typ 2 [Variante 2]

MM I 81
chip maerklin
6080 0a-ok 6080 0a-uk
Oberseite Unterseite
  ET-#15320 / später 153200     Aufdruck:  ZyMOS CU   märklin 40126A 8505

Märklin C80 Typ 2 [Variante 2]

 
Variante 3
 

Märklin C80 Typ 2 [Variante 3]

MM I 81
chip maerklin
6080-ZyMOS-DIL-ok6080-ZyMOS-DIL-uk
  ET-#: 15320 / später 153200       Aufdruck: ZYIB M60349 40126a 8640
 
techn. Dokumente
   Anschlussplan
  xxxxx 6080 mchip dec kabel-anschluesse  
Schaltplan
   
 
 
Typ 3
 

c80Diese Ausführung ist geprägt vom

  • von einem kundenspezifischen ASIC-Chip in DIL- / SMD-Bauform und von dem später dominierenden
  • L-förmigen Platinen-Layout
  • zweiseitiger  Bauteilebestückung in SMD-Technik mit Durchkontaktierungen  und Leiterbahnen auf beiden Seiten
Variante 1
  Platine
 

Märklin C80 Typ 3 [Variante 1]

MM I 81
chip maerklin
6080-ZyMOS-SMD-ok6080-ZyMOS-SMD-uk
OberseiteUnterseite
ET#:

Chip-Hersteller: ZyMOS Gehäuse: DIL

 
techn. Dokumente
  Anschlussplanxxxxx 6080 zymos dec kabel-anschluesseSchaltplan
   
 
 
Variante 2
  Platine
 

Märklin C80 Typ 3 [Variante 2]

MM I 81
LME
6080-LME03-ok6080-LME03-uk
ET#:

Chip-Hersteller: LENZ Ausführung: LME03 Gehäuse: SO16

 
techn. Dokumente
  Anschlussplanxxxxx 6080 lme-03 dec kabel-anschluesseSchaltplan
   
 
 
Variante 3
  Platine
 

Märklin C80 Typ 3 [Variante 3]

MM I 81
chip maerklin
6080-701-13-BDS61a-ok 6080-701-13-BDS61a-uk
ET#:

Chip-Hersteller: Motorola oder NEC [?] Bezeichnung: 701.13 Gehäuse: SO16

 
techn. Dokumente
  Anschlussplan
  xxxxx 6080 701-13 dec kabel-anschluesse  
Schaltplan
   
 
 
 
Verkabelungsplan
 
c80 Anschluss 75
© by Märklin
Abb.: Anschlusmöglichkeiten Decoder C80
 
Digital
  Info
 

Mit dem als C80/6080 bezeichneten Decoder begann bei Märklin in Jahr 1985 das Zeitalter der digitalen Steuerung von Modelleisenbahnen.Die Decoder basieren auf einem Chip-System von Motorola, dass ürsprünglich fur eine multible 2-Draht Fernsteuerung konzipiert wurde.

Das System wurde von Märklin für die Modelleisenbahn adaptiert und später weiter entwickelt. Das ursprünglche, Daten-Format wurde mit Märklin/Motorola I (MM1) und das spätere wurde mit Märklin/Motorola II (MM2) bezeichnet.

Beide Formate basieren auf einer trinären Adresscodierung mit max. 81 möglichen Adressen. Im MM2-Protokoll wurde das System noch um zusätzliche Schaltfunktionen und einige weitere Funktionalitäten erweitert. 

Es gab in den Jahren 85-90 eine Vielzahl an verwendeten Decoder-Chips mit teils auch verschiedenen Detail-Eigenschaften. Dabei wurden unterschiedliche Chips von unterschiedlichen Herstellern verwendet. Hier folgt nun eine kleine Zusammenstellung:

 
Motorola-Chip MC145027
  techn. Daten - Decoder-Chip MC145027
 
Eigenschaft   Erklärung / Beschreibung
Chip Nummer:   Motorola MC145027
MC145027
SMD-Gehäusebauform:   DIL16
Analog-Erkennung   ja
Signal-Invertierung:   wird nicht toleriert
Signal-Format:   Motorola 1, toleriert auch Motorola 2
Function f0:    -
ext.. Funktionen f1 - f4:   ja, aber im Motorola 1 Format
interner Motor-Treiber:   nein
interne Motorkontrolle:   nein
Überlastschutz * nein
interne Massenträgheits-Simulation:    nein
Vorzugsfahrtrichtung: *  -
Fahrstufen:   14
Umschaltsperre   nein
verwendet in Decodern:   frühe Funktionsdecoder

Die Angaben wurden von der Webseite bogobit.de entnommen und auf Deutsch übersetzt. 

/ Übersetztung HGH + eigene Ergänzungen(*)
 
Programmierung MC145027
 
 

switch DIL 8Die Lokadresse kann über den 8-pol. DIP-Schalter eingestellt werden. 

Es können 80 verschiedene Adressen erreicht werden - siehe folgende Abbildung.


 
  codiertab 8 DIP Maerklin digital 75
Abb. { snippet CrMae} copyright by Mäerklin
 
 
 
Chip Blaupunkt: 50282
  techn. Daten - Decoder-Chip Mae 50282
 
Eigenschaft   Erklärung / Beschreibung
Chip Nummer:   502820 bpBlaupunkt:
Märklin 50 282


SMD-Gehäusebauform:   24-pol
Analog-Erkennung   ja
Signal-Invertierung:   wird nicht toleriert
Signal-Format:   Motorola 1, toleriert auch Motorola 2
Function f0:   ja
ext.. Funktionen f1 - f4:   nein
interner Motor-Treiber:   nein
interne Motorkontrolle:   nein
Überlastschutz * nein
interne Massenträgheits-Simulation:    nein
Vorzugsfahrtrichtung: * ja, wenn die Lok längere Zeit nicht benutzt wird, fährt sie bei der Wieder-Inbetriebnahme in der sogn. Vorzugsfahrtrichtung los. Das geschieht dann unabhängig davon, was die Steuerzentrale vorgibt.
Fahrstufen:   14
Umschaltsperre   nein
verwendet in Decodern:   einigen frühen Digital-Lokomotiven (z.B. BR191, Krokodil ?)

Die Angaben wurden von der Webseite bogobit.de entnommen und auf Deutsch übersetzt. 

/ Übersetztung HGH + eigene Ergänzungen(*)
 
Programmierung
 
 

switch DIL 8Die Lokadresse kann über den 8-pol. DIP-Schalter eingestellt werden. 

Es können 80 verschiedene Adressen erreicht werden - siehe folgende Abbildung.


 
  codiertab 8 DIP Maerklin digital 75
Abb. { snippet CrMae} copyright by Mäerklin
 
 
 
Chip Mä-50250
  techn. Daten - Decoder-Chip Mae 50250
 
Eigenschaft   Erklärung / Beschreibung
Chip Nummer:   Märklin 50250
502500 maerklin bp

SMD-Gehäusebauform:   DIL16
Analog-Erkennung   ja
Signal-Invertierung:   wird nicht toleriert
Signal-Format:   Motorola 1, toleriert auch Motorola 2
Function f0:   ja
ext.. Funktionen f1 - f4:   ja, aber im veralteten Motorola 1 Format
interner Motor-Treiber:   nein
interne Motorkontrolle:   nein
Überlastschutz * nein
interne Massenträgheits-Simulation:    nein
Vorzugsfahrtrichtung: * ja, wenn die Lok längere Zeit nicht benutzt wird, fährt sie bei der Wieder-Inbetriebnahme in der sogn. Vorzugsfahrtrichtung los. Das geschieht dann unabhängig davon, was die Steuerzentrale vorgibt.
Fahrstufen:   14
Umschaltsperre   nein
verwendet in Decodern:   6083, 6084, Zubehördecoder,

Die Angaben wurden von der Webseite bogobit.de entnommen und auf Deutsch übersetzt. 

/ Übersetztung HGH + eigene Ergänzungen(*)
 
Programmierung
 
 

switch DIL 8Die Lokadresse kann über den 8-pol. DIP-Schalter eingestellt werden. 

Es können 80 verschiedene Adressen erreicht werden - siehe folgende Abbildung.


 
  codiertab 8 DIP Maerklin digital 75
Abb. { snippet CrMae} copyright by Mäerklin
 
 
 
Chip Zymos
  techn. Daten - Decoder-Chip Zymos
 
Eigenschaft   Erklärung / Beschreibung
Chip Nummer:   zymosZymos M60349 40126A

Herstellungsjahr 1987 / 45.te Woche
SMD-Gehäusebauform:   DIL16
Analog-Erkennung   ja
Signal-Invertierung:   wird nicht toleriert
Signal-Format:   Motorola 1, toleriert auch Motorola 2
Function f0:   ja
ext.. Funktionen f1 - f4:   nein
interner Motor-Treiber:   nein
interne Motorkontrolle:   nein
Überlastschutz * nein
interne Massenträgheits-Simulation:    nein
Vorzugsfahrtrichtung: * ja, wenn die Lok längere Zeit nicht benutzt wird, fährt sie bei der Wieder-Inbetriebnahme in der sogn. Vorzugsfahrtrichtung los. Das geschieht dann unabhängig davon, was die Steuerzentrale vorgibt.
Fahrstufen:   14
Umschaltsperre   nein
verwendet in Decodern:   6080, 6081 und div. Sondervarianten für Lokomotiven mit speziellen Decoderabmessungen

Die Angaben wurden von der Webseite bogobit.de entnommen und auf Deutsch übersetzt. 

/ Übersetztung HGH + eigene Ergänzungen(*)
 
Programmierung
  Decoder mit DIP-Schalter
 
 

switch DIL 8Die Lokadresse kann über den 8-pol. DIP-Schalter eingestellt werden. 

Es können 80 verschiedene Adressen erreicht werden - siehe folgende Abbildung.


 
  codiertab 8 DIP Maerklin digital 75
Abb. { snippet CrMae} copyright by Mäerklin
 
 
Decoder mit Lötbrücken
 

Es gibt einige Decoder, die aus den Anfängen des Märkklin-Digital-Systems stammen, die über Lötbrücken adressiert werden müssen. Auf den Decodern war damals noch kein Platz für den relativ großen DIP-Schalter, da die anderen notwendigen Teile wie Decoder-Chip, Motor-Transistoren, usw. noch relativ viel Platz einnahmen.Somit wurde die Adressierung über Lötbrücken vorgesehen. Am beispiel eines Decoders der BR 34 sind die Zusammenhänge dargestellt.

Das war wurde von den Modellbahnern aber nicht wirklich akzeptiert und wurde mit neuen Decodergenerationen dann auch schnell aufgegeben.

2680 delta address-codierung 680

 
Decoder mit fester Adresse
  Bei einigen Lokomotiven - speziell bei sehr kleinen (z.B. Köf 3680) - hat man keinen Platz für einen Adresseinsteller gehabt. Diese wurden ab Werk auf eine feste Adresse eingestellt. Eine Änderung ist auch nur im Werk möglich.  
 
 
Chip LME03
  techn. Daten - Decoder-Chip LME03
 
Eigenschaft   Erklärung / Beschreibung
Chip Nummer:   lme03LME03 50265

"Lenz Märklin Electronics"
SMD-Gehäusebauform:   SO20
Analog-Erkennung   ja
Signal-Invertierung:   wird nicht toleriert
Signal-Format:   Motorola 1, ignoriert Motorola 2
Function f0:   ja
ext.. Funktionen f1 - f4:   nein
interner Motor-Treiber:   nein
interne Motorkontrolle:   nein
Überlastschutz * nein
interne Massenträgheits-Simulation:    nein
Vorzugsfahrtrichtung: * ja, wenn die Lok längere Zeit nicht benutzt wird, fährt sie bei der Wieder-Inbetriebnahme in der sogn. Vorzugsfahrtrichtung los. Das geschieht dann unabhängig davon, was die Steuerzentrale vorgibt.
Fahrstufen:   14
Umschaltsperre   nein
verwendet in Decodern:   6080, 6081 und div. Sondervarianten

Die Angaben wurden von der Webseite bogobit.de entnommen und auf Deutsch übersetzt. 

/ Übersetztung HGH + eigene Ergänzungen(*)
 
Programmierung LME03
 
 

switch DIL 8Die Lokadresse kann über den 8-pol. DIP-Schalter eingestellt werden. 

Es können 80 verschiedene Adressen erreicht werden - siehe folgende Abbildung.


 
  codiertab 8 DIP Maerklin digital 75
Abb. { snippet CrMae} copyright by Mäerklin
 
 
 
 
bekannte Probleme
  ´
  DIP-Schalter

C80 / 6080 +. C81 / 6081 + C90 / 6090 + C90x[6090x] Adresse


Es ist das Problem bekannt, dass Korrosion an den Kontakten in den DIP-Schaltern auftritt und dann trotz Stellung "ON" kein Kontakt zustande kommt.

Um ihn wieder gängig zu machen, empfiehlt es sich die einzelnen DIP-Schalter mehrmals hin und her zuschalten.

Danach kann die Adresse codiert werden und der Decoder reagiert oft wieder.

Um kurz zu prüfen, ob bei einem 6080[c80], 6081[c81], 6090[c90], 6090x[c90x] Decoder noch alles funktioniert, gibt es zwei Adressen, mit denen man das schnell durchprüfen kann.

  • Bei der einen steht
DIP-Schalter auf "ON" Adresse DIP-Schalterstellungen
1, 3, 5, 7 40 switch DIL-8-40
  • bei der anderen steht
DIP-Schalter auf "ON" Adresse DIP-Schalterstellungen
2, 4, 6, 8 80 switch DIL-8-80
Verlötungen

C80 / 6080 Typ II mit Märklin-Chip


Bei diesen Decodern kommt es häufig dazu, dass die Verlötungen der Bauteile nach längerer Zeit porös und brüchig werden, was dann natürlich zu Ausfällen bzw. Funktionsstörungen führt.

Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in der Verwendung von nicht langzeitstabilem Zinn bzw. in der Langzeitreaktion zwischen Lötzinn, Flussmitteln und sonstigen bei der Platinen-Herstellung verwendeten Materialien.

Eine erste Abhilfe bei der Fehlersuche könnte als das vorsichtige Nachlöten betroffener Stellen sein.

Beleuchtung

C80 / 6080 + C90 / 6090 Beleuchtungsflackern


Bedingt durch die einseitige Stromversorgung der Beleuchtung über die Gehäusemasse, kommt es im Digitalbetrieb zu einem mehr oder weniger starken Flackern. Dieses ist bei diesen Decodern systembedingt.

Abhilfe kann nur dadurch erfolgen, dass die Glühlampen von der Gehäusemasse isoliert werden und eine getrennte Stromversorgung (Elektronik Plus) - oft auf als Rückleiter bezeichnet - eingebaut wird.
Betrieb

C80 / 6080 +. C81 / 6081 + C90 / 6090 Betrieb


Es ist das Problem bekannt, dass die Lokomotiven, die mit dem Protokoll MM-I angesteuert werden müssen nicht reagieren, obwohl sie auf dem Gleis stehen und auch digital angesteuert werden.

In diesem Fall sind die beiden Gleis-Anschluss-Drähte der Steuereinheit zu vertauschen.

Danach reagiert die Lokomotive dann.

Ab Decoder mit dem Chip 701.13 ist dieses Problem nicht mehr aktuell.

 
 

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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 02. Januar 2018 07:31